Unbefristete Hormus-Blockade: Trumps Iran‑Krieg und die Rolle Israels

Shownotes

Israels Premier Benjamin Netanjahu war eine treibende Kraft für Donald Trumps Krieg mit dem Iran. Ganz nach israelischer Manier habe Trump geglaubt, mit einem schnellen Sieg gegen Teheran nicht nur Gaza, sondern auch den Iran wieder aufbauen zu können, analysiert Léonardo Kahn, Korrespondent des Handelsblatt in Tel Aviv.

Zwei Monate nach Kriegsbeginn ist klar: Das war eine Illusion. Deshalb übergehe die Trump-Regierung mittlerweile Netanjahu diplomatisch weitestgehend.

In dieser Folge zeichnen die Hosts nach, wie sich die strategische Beziehung zwischen Trump und Netanjahu zunehmend entzweit hat. Netanjahu profitiert weiter vom Krieg im Iran. Für Trump wird er zur immer größeren Belastung. Außerdem wird sein Friedensboard zur Luftnummer. Denn Trumps Wiederaufbaupläne für Gaza liegen wegen fehlender Gelder infolge des Irankriegs brach, berichtet Kahn im Podcast: „Das war wieder typisch Trump: leere Worte, großes Schauspiel, und im Endeffekt fehlen einfach die Mittel, diese Politik durchzusetzen.“

Lesetipp: Kein Geld für den Wiederaufbau in Gaza wegen des Irankriegs

Moderiert von Nicole Bastian & 
Christian Lammert

Produziert von Florian Pape


Das exklusive Abo-Angebot für alle Hörerinnen und Hörer von Handelsblatt Trump Watch: https://www.handelsblatt.com/pressefreiheit

Helfen Sie uns, unsere Podcasts weiter zu verbessern. Ihre Meinung ist uns wichtig: www.handelsblatt.com/zufriedenheit

Wenn Sie Anmerkungen, Fragen, Kritik oder Lob zu dieser Folge haben, schreiben Sie uns gern per E-Mail: trump-watch@handelsblatt.com

Weitere Informationen zu Werbeeinblendungen

Transkript anzeigen

00:00:01: Ich würde sagen, die Straße von Nomus wird wahrscheinlich ein Problem bleiben das vielleicht uns einen mindestens ein Jahr begleiten wird wenn nicht länger.

00:00:12: Ich würde nicht denken dass es etwas ist was sich mit einem einfachen Abkommen verhindern lässt.

00:00:26: Bibi's been

00:00:27: a great wartime

00:00:28: prime minister and

00:00:29: I've been the best friend to Israel.

00:00:31: i think that they have ever had.

00:00:33: a lot of people

00:00:34: say beyond presidents.

00:00:39: President Trump bezeichnet sich als den größten Freund Israels und Lob-Premierminister Benjamin Netanyahu.

00:00:45: Das war kurz vor dem Krieg im Iran für den Israel ein treibender Faktor.

00:00:49: Trump und Netanyah verstehen sich, helfen sich – doch hat der US-Präsident Netanyau zuletzt auch klare und eindeutig definierte Grenzen aufgezeigt!

00:01:00: Der Krieg der USA und Israels mit dem Iran dauert jetzt schon acht Wochen.

00:01:04: Damals hat Donald Trump bei Ausbruch gesagt, fünf bis sechs Wochen würde errechnen, dass er dauert.

00:01:10: Und wir fragen uns deswegen heute hier bei Trump Watch wie stark ist denn der Israel-Faktor politisch aber auch wirtschaftlich für Donald Trump?

00:01:19: Was heißt das für seine weitere Strategie im Iran?

00:01:23: Dazu sprechen wir gleich auch.

00:01:28: Und damit herzlich willkommen bei TrumpWatch, dem Podcast des Handelsplatzes zu Donald Trumps zweiter Amtszeit.

00:01:34: Ich bin Christian Lammert, Politikwissenschaftler vom John F Kennedy-Institut der EU Berlin

00:01:39: und ich bin Nicole Bastian.

00:01:41: Ich habe beim Handelsblatt lange das Auslandsressort geleitet und leite jetzt das Ressort Podcast und Live-Journalismus.

00:01:47: Heute ist Donnerstag, der dreißigste April Tag fourhundert sechsundsechzig der zweiten Amtszeiten von Donald Trump.

00:01:54: Schön dass ihr dabei seid!

00:02:03: Die Trump News der Woche.

00:02:05: Ja Nicole, wir müssen mit einem ziemlich verstörenden Ereignis in dieser Nachrichtensektion anfangen.

00:02:11: Den Schüssen beim Korrespondentendinner!

00:02:17: Inszenierte Selbstironie für Humor, etc.

00:02:20: steht und dann doch von Gewalt überschattet wurde.

00:02:24: Es ist eben nicht so wie bei dem Attentat auf Donald Trump vor seiner Wiederwahl Das es wirklich so gefährlich wurde.

00:02:32: Nichtsdestotrotz jemand ist mit mehreren Waffen quer durch die USA gefahren Und in das Hilton Hotel wo Die Veranstaltung war reingekommen und da sind eben auch Schüsse gefallen.

00:02:42: Genau man hat ja dann auch So ein Manifest dieses Attentäter gefunden wo er sich über die Regierung negativ äußert und er sagt, wir könnten nicht von Pädophilen regiert werden.

00:02:54: Also da ist schon viel Politik in diesem Attentat mit

00:02:57: drin.".

00:02:58: Und diese aufgeheizte Stimmung und dieses Klima spiegelt sich auch in der weiteren Geschichte wieder.

00:03:05: Jetzt wird wieder untersucht von der Regierung

00:03:08: ob

00:03:09: Jimmy Kimmel erneut vom Sender genommen wird.

00:03:12: Also man sagt Disney quasi, das müsse passieren?

00:03:17: Genau.

00:03:17: also es ist so dass Jimmy Kimmel am Donnerstag, also zwei Tage bevor eigentlich dieses Correspondent-Dinner stattfinden sollte hat er das quasi inszeniert in seiner Show und hat über Melania Trump gesagt sie hätte den Glow einer werdenden Witwe Und das hat Donald Trump augenscheinlich so wütend gemacht.

00:03:40: Er hat sich auch wütender über gezeigt und kurz danach gab es jetzt behördliche Untersuchungen im gesamten Disney-Konzern, das zeigt auch wie weit wir im Moment mit Pressefreiheit und Satirefreiheit in dem Fall bei Jimmy Kimmel sind.

00:03:56: Auch dass eben heizt dieses ganze Klima an, da gebe ich dir recht.

00:04:00: Insofern muss man die eigentlich auch klimatisch quasi im Zusammenhang sehen – die beiden Entwicklungen ja?

00:04:05: Ja, und da gibt's jetzt noch eine dritte Geschichte.

00:04:08: Da geht es wieder um James Comey, den ehemaligen FBI-Chef, der ja auch Trump untersucht hat inwieweit Russland in den Wahlkampf im Jahr two-tausendsechzehn involviert war.

00:04:19: Und er hat vor einiger Zeit schon so'n Bild gepostet ... Und das wird jetzt so gedeutet, siebenvierzig ist Donald Trump der sieben vierzigste Präsident.

00:04:35: Und achtundsechzig kommt wohl aus dem Restaurant-Business und das heißt eine Order studieren.

00:04:42: Das Justizministerium sagt jetzt, dass wäre auch ein Aufruf zum Markt des Präsidenten und jetzt werden auch hier Untersuchungen stattfinden.

00:04:51: Genau in dieser Atmosphäre kam ja dann der Besuch des Rittischen Königs und das finde ich bemerkenswert, dass König Charles da es geschafft hat die richtigen Worte zu finden.

00:05:04: Und sowohl Republikaner als auch Demokraten so anzusprechen, dass sich alle mitgenommen gefühlt haben.

00:05:11: Ich bin absolut kein Anhänger von irgendwelchen Könighäusern aber muss sagen – ich weiß nicht wer sein Reden-Schreiber war oder ob er die Rede selber geschrieben.

00:05:20: Ich finde, das war diplomatisch ein wahnsinnig gelungener Besuch den Herr König Charles da in den USA hatte.

00:05:27: Ja, und all die Reden, die er gehalten hat im Kongress oder auch im Weißen Haus ironisch extrem aufgeladen.

00:05:34: Und auch die Art und Weise ... Er hatte immer so einen Zwinkern des Auge, er hat Trump hochgenommen aber ihn nicht verletzt.

00:05:42: Er hat so ein bisschen gezeigt wie man eigentlich als richtiger König auftritt.

00:05:47: Ich glaube da war der Kontrast zu dem selbst erklärten König ganz schön deutlich.

00:05:53: Sehr bezeichnend war dann auch ein Postes Weißens Hauses zum Abschluss des Besuchs, auf dem dann über einem Bild von Charles und Donald Trump Two Kings zwei Könige.

00:06:03: Und dann das Emoji für die Krone war.

00:06:05: also man hat es schon auch aufgenommen und weiter satirisch quasi weiter getrieben.

00:06:11: ich habe mir mal die Gäste Liste angeschaut für das gala dinner was dann im weißen Haus stattgefunden hat und das fand ich wirklich bezeichnet.

00:06:19: Es waren sechs Leute von Fox News da Einer von der New York Post, einer von Newsmax.

00:06:25: Von den anderen großen amerikanischen Medien niemand.

00:06:30: Es waren erstaunlich wenige Abgeordnete geladen dafür aber wahnsinnig viele CEOs also von Jensen Huang von NVIDIA bis Steven Swartzman und dann fand ich auch interessant.

00:06:44: sechs der neuen Supreme Court Richter waren geladen und natürlich genau die sechs auf der konservativen Seite

00:06:51: Ja, und als Politikwissenschaftler beobachtet man sowas natürlich auch immer.

00:06:55: Und versucht das dann einzuordnen?

00:06:57: Und da könnte man wahrscheinlich sagen... Man sieht hier viel eine Machtverschiebung die weg von demokratischer Repräsentation geht weil hier keine Kongressabgeordnete zugegen waren und es geht zur wirtschaftlicher Einflussnahme.

00:07:11: Die mächtigen sitzen mit am Tisch und die Politik spielt dann kaum in der Rolle.

00:07:16: Bezeichnende Gäste-Liste.

00:07:18: Ja, apropos Supreme Court sechs Richter waren da.

00:07:21: das Supreme Court hat in dieser Woche ein wichtiges Urteil gefällt und der ging es um den Zuschnitt von Wahlkreisen in Louisiana

00:07:31: Genau.

00:07:32: Wir haben ja schon mal über Jerry Mandarin gesprochen und manchmal passiert das auch nach ethnischen Kategorien, und das war hier der Fall.

00:07:41: Und die konservative Mehrheit – du hast ja schon gesagt, die sechs Richter, die jetzt auch bei dem Graladena waren, haben dafür sich entschieden, dass Louisiana keinen zweiten mehrheitlich-schwarzen Wahlkreis einrichten muss und die bisherige Karte verfassungswidrig sei, die man jetzt so umgemodelt hat.

00:08:00: Man hatte versucht, die Repräsentation von Schwarzen zu verbessern, sodass sie eine Möglichkeit haben, so viel Abgeordnete nach Horschinken zu schicken, der Zahl der Einwohner in dem Staat entspricht.

00:08:15: Und das kann jetzt eben noch Auswirkungen auch haben auf den Wahlkreiszuschnitt vor den Zwischenwahlen sogar.

00:08:21: Es ist noch nicht ganz klar, wo überall.

00:08:23: Ron DeSantis der Gouverneur von Florida hat ja gesagt er hat den Neuzuschnitt seiner Wahlkreise der jetzt noch quasi in einer Abstimmung abgenickt werden muss.

00:08:34: Den hat er schon in Vorwegnahme dieses Urteils gemacht und die Wahlkreisel dann aber auch so konzipiert dass es sein könnte zusätzliche Sitze für die Republikaner gibt.

00:08:45: Also dieser Wahlkreiszuschnitt, dieses Jerry-Mendering das ist gerade wieder auf Hochtouren in den USA?

00:08:51: Genau.

00:08:52: und wenn man sich das anschaut jetzt gerade in Louisiana dann sieht man dass davon werden die Republicana profituieren weil Schwarze in dem Staat überwiegend demokratisch wählen.

00:09:03: Und das war so der nächste Schritt in diesem.

00:09:05: Das ist ja schon fast ein Wettbewerb.

00:09:07: Wer kann die Wahlkarte am besten umzeichnen?

00:09:10: Dass man sich Mehrheiten sichert die zwischen Wahlen stehen vor der Tür?

00:09:15: Dann ist noch was passiert.

00:09:16: Es ist echt wieder viel passiert in dieser Woche, dass Justizministerium hat die Ermittlungen gegen den Notenbankchef Jerome Powell eingestellt.

00:09:26: Das hat das Justiz-Ministerium nicht getan weil es eingesehen hat, dass es keine Grundlage für die Vorwürfe gab sondern das war Teil eines politischen Tautzins.

00:09:36: Die Republikaner im Bankenausschuss haben gesagt, wir lassen Kevin Worsch nicht weiter den Nachfolger von Jerome Powell.

00:09:44: Wir bestätigen Kevin Worsch nicht und lassen ihn damit nicht in diese Nahtsabstimmung wenn ihr nicht diese Ermittlungen gegen Jerome Powell zurückzieht denn das ist für uns ein Zeichen dass die Notenbank nicht mehr unabhängig ist.

00:09:57: Genau, ich würde sagen mit dem Ende dieser Untersuchung ist jetzt diese Drohkulisse auch erst mal weg.

00:10:03: Aber im Hintergrund bleibt dieser Konflikt bestehen und dann müssen wir gucken wie sich der Kandidat von Trump in dem neuen Amt macht sollte er gewählt werden?

00:10:13: Und dann gab es noch eine Ankündigung vom Außenministerium in den letzten Tagen und da geht es um das Jubiläum Zwei Hundert Fünfzig Jahre Unabhängigkeit Tag der USA.

00:10:25: Und für diesen Anlass soll es neue Reisepässe geben mit dem Konterfei.

00:10:30: Man kann sich fast schon vorstellen von Donald Trump auf den Reisepass.

00:10:34: Ja, und sogar eine Goldmünze mit seinem Bild soll angeblich im Gespräch sein.

00:10:39: Also wir haben das ja auch schon häufiger angesprochen Sein Name auf Gebäuden und jetzt auf dem Dollarschein im Reisepass ne goldmünzer.

00:10:49: Das ist schon eine bewusste Inszenierung von Präsidentschaft als Personenkult.

00:10:53: Da würde ich auch noch mal auf unsere Folge zur Geschichtsschreibung in den USA unter Donald Trump verweisen.

00:10:59: Da passt das ganz gut rein.

00:11:00: als zusätzliches nächstes Beispiel, ja lass aber nochmal über Iran und den Krieg mit dem Iran sprechen.

00:11:08: es gab wieder ein großes hin und her.

00:11:10: jetzt ist vielleicht doch bald die Straße von Hormuz auf und dann wieder doch nicht und der letzte Stand ist ohne eine Deadline bleibt die Straße vom Hormus erst einmal zu Verhandlungsplan, den die iranische Seite vorgelegt hat.

00:11:25: Drei Stufenplan nachdem aber erst ganz am Ende über das Atomprogramm hätte gesprochen werden sollen.

00:11:31: Denen hat die Trump-Regierung so abgelehnt.

00:11:34: Das heißt weiterhin Status quo.

00:11:37: im Moment kein Schiffsverkehr in der Straße von Hormuz Aber auch kein Zeichen dafür dass es nochmal so eine Eskalation in Richtung einer Bombardierung geben wird.

00:11:50: Und gerade bei den wirtschaftlichen Folgen dieses Konflikts sieht man, dass die Trump-Administration zunehmend unter Druck gerät.

00:11:56: Weil nur noch dreinzwanzig Prozent der Bevölkerung in den USA sind mit Trumps Wirtschaftspolitik zufrieden.

00:12:03: Also für jemand, der sich jahrelang als Mr Economy inszeniert hat ist das schon katastrophal?

00:12:09: Ja und deswegen wird der Ausgang des Irankriegs für ihn innenpolitisch ein wahnsinnig wichtiges Thema.

00:12:17: Die ist eben auch Israel in dem Spiel und in dieser Folge wollen wir uns damit mal tiefer befassen.

00:12:40: Ja, da hören wir... den US-Außenminister Marco Rubio Anfang März kurz nachdem Israel und die USA die Angriffe auf den Iran gestartet haben.

00:12:52: Und seine Begründung war, wir wussten dass Israel den Iran angreifen wird und wir wusste das auch Gegenschläge des Irans amerikanische Bürger mit sich bringen wird.

00:13:08: und deswegen war unsere Abwägung, wir gehen selber mit rein.

00:13:13: Zum Wohle des amerikanischen Volkes, hätten wir es nicht getan, wäre der Schaden für das amerikanliche Volk größer gewesen?

00:13:20: Da merkt man schon wie groß der Israel Faktor in der Trump-Regierung ist Christian!

00:13:25: Ja und fangen wir mal mit dem Krieg selber an.

00:13:28: Offiziell sagt Trump, wir müssen Iran militärisch so weit zurückwerfen dass das Atomprogramm gestoppt wird die Raketen weniger gefährlich sind und Tehran seine Milizen im Irak Syrien und Libanon nicht mehr so stark unterstützen kann.

00:13:42: Deshalb hat er auch den iranischen drei-Stufenplan abgelehnt bei dem die Verhandlungen über das Atomprogramm erst ganz am Ende stehen.

00:13:50: Und gleichzeitig hört man von Trump immer wieder diese große Erzählung Iran als Quelle allen Übels im Nahen Osten, als Regime das am besten gleich ganz verschwinden soll.

00:14:01: Das klingt dann wieder nach Regimenwechsel auch wenn die Administration das eigentlich nicht immer so offen ausspricht

00:14:06: Und auch jetzt in letzter Zeit gar nicht mehr ausspricht, weil sie glaube ich mitbekommen hat.

00:14:10: Das ist sehr viel schwieriger als sie sich das anfangs vorgestellt hat.

00:14:14: Ja und was hat jetzt Israel für eine Rolle?

00:14:17: Israel ist für Donald Trump ja der Frontstaat direkt in der Region.

00:14:22: Es ist ein ganz wichtiger Militär Partner wirklich Rüstungspartner.

00:14:26: die tauschen auch Technologien aus die sonst nicht ausgetauscht werden.

00:14:29: zum Teil.

00:14:30: Israel ist auch so ein bisschen ein Schaufenster von Trumps Außenpolitik.

00:14:35: Also an der Art, wie Trump an der Seite Israels reagiert will er quasi seinen Wählerinnen und Wählern im Inland zeigen.

00:14:44: Außenpolitik ist immer Innenpolitik bei ihm.

00:14:46: Ich bin der starke Beschützer Und ich stehe ohne wenn und aber an der seite meines verbündeten israel.

00:14:53: Und gleichzeitig dringt Israel schon seit Jahren und das haben sie auch schon bei anderen Präsidenten in den USA versucht auf einen härteren Kurs gegenüber dem Iran.

00:15:03: Netanyahu hat immer wieder vor einem zweiten Holocaust gewarnt, sollte Iran irgendwann zur Atomacht werden?

00:15:11: Für Netanyah ist die jetzige Eskalation auch eine Gelegenheit endlich das zu tun was er in früheren Phasen politisch oder militärisch nicht durchsetzen konnte weil er eben nicht die Unterstützung der.

00:15:24: Und da sieht man jetzt so ein bisschen, dass der Krieg doch aus Israels Sicht und aus der US-Sicht eigentlich zwei Logiken hat.

00:15:30: Denn für Israel geht es wirklich um die eigene existenzielle Bedrohung, um die Sicherheit des eigenen Territoriums – Für Donald Trump geht das sehr stark auch um Symbolik nach innen, um den Wahlkampf und dieses Bild des kompromisslosen Präsidenten.

00:15:47: Ja, und noch schwieriger wird dieses komplexe Gelage dann wenn man auch berücksichtigt dass sich dieser Krieg einfach nicht einfach gewinnen lässt.

00:15:56: So wie Trump das zwar jetzt immer behauptet.

00:15:58: aber Iran ist ein großes Land mit einem robusten Regime.

00:16:02: also das funktioniert nicht so wie in Venezuela.

00:16:05: Das Regime hat gelernt über Milizen- und Stellvertreter zu operieren.

00:16:09: eigentlich ist es eher wahrscheinlich dass wir einen lang zermürbenden Konflikt sehen werden ätherischen Sieg, Israels und der USA?

00:16:19: Ja schauen wir mal auf die Beziehung dieser beiden Männer Donald Trump und Benjamin Netanyahu.

00:16:26: So ein bisschen finde ich inszenieren sie sich ja oft als politische Zwillinge beide stark entschlossen starke Männer gegen den Iran und auch so ein bisschen gegen die globalen Eliten.

00:16:38: Sie ziehen sozusagen ihre Politik durch Und man muss sagen, Donald Trump hat ja schon viel für Benjamin Netanyahu getan.

00:16:46: Er hat Jerusalem als die Hauptstadt Israels anerkannt, er hat die US-Botschaft dahin verlagert, er hatte die Siedlungspolitik Israels, die umstrittene Siedlungspolitik Israels de facto legitimiert.

00:17:00: und in seiner ersten Amtszeit hat sein Schwiegersohn Jared Kushner die Abram Abkommen eingefädelt die Normalisierung der Beziehungen Israels mit einigen arabischen Staaten ermöglicht haben.

00:17:15: Ja und das hat Netanyahu innenpolitisch sehr, sehr geholfen.

00:17:19: Er ist ja stark unter Druck.

00:17:21: Wir sehen jetzt auch im anstehenden Wahlkampf dass es schwierig wird für ihn.

00:17:26: eventuell aber mit diesen Erfolgen.

00:17:29: und Trump konnte er immer sagen seht her ich habe den besten Draht nach Washington Ich hole euch historische Erfolge Und wir können jetzt eine Politik durchsetzen endlich die wir schon seit Jahrzehnten eigentlich machen wollten.

00:17:43: Aber auch hier haben wir wieder so zwei Logiken.

00:17:45: Denn den Radikalkurs, den Benjamin Netanyahu mit dem Iran vor Augen hat, den möchte Trump weder politisch noch wirtschaftlich so durchsetzen denn... Wir haben da ja auch schon mal drüber gesprochen.

00:17:56: er hat auch wichtige Beziehungen nach Saudi Arabien, nach Qatar, nach Jordanien und die möchte er nicht gefährden.

00:18:03: Und da kam schon einige Male aus Washington schon das Signal bis hin und nicht weiter Die Bombardierungen Israels im Libanon ging, wo Donald Trump klar ... in deutlichsten Worten auf seinem Netzwerk Truth Social gepostet hat, bis hierhin und nicht weiter Israel.

00:18:23: Die Bombardierung hat jetzt ein Ende und dann hat sie ja auch eine Ende gefunden.

00:18:28: als nächstes plant das weiße Haus dass es Gespräche auf Präsidentenebene Ministerpräsidentenebene zwischen Libanon und Israel in den USA geben soll.

00:18:39: Das kann er sich da nochmal auf seine Liste der vielen Friedensaktivitäten setzen.

00:18:46: Ich glaube, hier wird noch mal deutlich, was du ja schon angesprochen hast.

00:18:49: Dass sie eigentlich unterschiedliche Motivationen haben und das kann zum Problem werden.

00:18:53: Also Netanyahu drängt auf einen harten Kurs massiver Angriffe auf den Iran also ein deutlich höheres Risiko als die USA bislang eingegangen sind.

00:19:04: aber sobald Trump spürt dass die Kosten vielleicht zu hoch werden Und wir haben jetzt Zahlen auch mal gehört aus dem Verteidigungsministerium in den USA soll dieser Militärkonflikt jetzt schon die USA gekostet haben.

00:19:21: Und da wird dann die Verteidigungslinie Trumps Schwäche errückt, rhetorisch zurück und spricht oft von Waffenruhen und begrenzter

00:19:29: Iskalation.".

00:19:30: Ja ich glaube man kann es so zusammenfassen... Da ist eine Symbiose zwischen beiden!

00:19:34: Sie profitieren oder haben lange Zeit wirklich voneinander profitiert.

00:19:39: Aber das ist keine symmetrische Beziehung, Netanyahu profitiert deutlich stärker von Trump als umgekehrt.

00:19:46: und man fragt sich im Moment so ein bisschen wo ist gerade der Punkt wo Donald Trump dann noch was rauszieht?

00:19:52: Du hast die Kosten, die militärischen Kosten erwähnt.

00:19:55: wir sehen eben jetzt die ersten Durchschläge auf nicht nur Benzin, sondern auch andere Produkte des täglichen Lebens.

00:20:01: Also Inflation.

00:20:03: und dann ist es ganz interessant das Pew Research Institute Das hat eine Ende März ne Umfrage gemacht unter Amerikanern.

00:20:09: also da lief der Krieg mit dem Iran schon seit vier Wochen Und sie haben gefragt wie seht ihr Benjamin Netanyahu die amerikaner?

00:20:19: Und da hat sich in den letzten vier Jahren Die Stimmung total die is gekippt.

00:20:26: Die USA haben noch mehr Amerikaner Netanyahu unterstützt.

00:20:30: Mittlerweile ist es eben nicht mehr so, sondern die meisten Amerikanern sehen ihn negativ und das in einem Jahr der Zwischenwahlen.

00:20:39: für Donald Trump, der ja eigentlich profitieren möchte von diesem Bündnis mit Israel, ist schon eine sehr spannende Entwicklung finde

00:20:46: ich.".

00:20:47: Ja, und dass ein schmaler Grad auf dem Trump jetzt hier wieder läuft.

00:20:51: Er muss sich dann irgendwann distanzieren aber eigentlich hat er sich bislang so stark vor allem innenpolitisch mit Israel identifiziert das so einen plätzlichen Bruch eigentlich schwer vorstellbar ist.

00:21:02: Und gerade bei den evangelikalen Wählerinnen wäre jede sichtbare Distanzierung Problemen.

00:21:09: Das ist eine wichtige Wählergruppe auch für die Zwischenwahlen und da schränkt es ein bisschen seine Handlungsoptionen ein.

00:21:16: Und das sollte man auch nie vergessen bei dieser Administration.

00:21:21: Trump selber und seine Familie hat massive wirtschaftliche Interessen in der Region, über die müssen wir aussprechen!

00:21:30: Das Interview der Woche.

00:21:45: Vielen Dank für die Einladung.

00:21:47: Hallo!

00:21:48: Ja, lass uns doch vielleicht einmal mit deinem Blick anfangen.

00:21:51: wie würdest du im Moment das Verhältnis zwischen Donald Trump und Benjamin Netanyahu beschreiben?

00:21:57: Ich würde sagen, sie ist besonders ambivalent.

00:22:01: Beide Männer sind in erster Linie extrem gleich.

00:22:05: Netanyahu war wie Trump – bevor es überhaupt ihn war zu sein wie Trump.

00:22:10: Der Mann hat schon über dreißig Jahre Erfahrung in der Spitzenpolitik Israel und zwanzig Jahre davon eine Spitze einer Regierung.

00:22:17: Und war und ist jetzt immer noch an sich als Underdog sozusagen in der pritschen Szene immer noch extrem beliebt.

00:22:24: Das muss man ja auch zum ersten Mal schaffen, zwanzig Jahre lang diesen Namen zu verdienen als als underdog.

00:22:31: Und so ist auch Trump ja auch sehr ähnlich in dieser Weise.

00:22:35: Ich würde deswegen sagen beide verstehen sich auf dieser persönlichen Ebene sehr gut aber das Konzept, dieses Trumpismus ist es ja auch einfach diese starke Macht zu haben.

00:22:46: Und ich denke das versteht auch Netanyahu dass es auch nur einen starken Mann geben kann und dass das eben Trump ist.

00:22:53: Ich denke da geraten sie dann regelmäßig einander.

00:22:57: Es ist ja auch die Frage hat Israel quasi Washington oder hat Netanyahu Trump in diesen Krieg reingezogen, reingedrängt?

00:23:05: Aus dem er jetzt vielleicht nicht mehr rauskommt.

00:23:07: Was würdest du denn auch mit diesem Blick auf wie kann ein Exit aus diesem Krieg im Iran aussehen?

00:23:14: sagen wo unterscheiden sich da im Moment die Ziele Israels und die Washingtons?

00:23:21: Das ist eine gute Frage.

00:23:22: ich würde sagen Der Grund, warum Netanyahu und Israel diesen Krieg wollten ist das es ja auch eine schon immer wieder angekündigte Bedrohung aus dem Iran in Richtung Israel ginge.

00:23:36: Und man deswegen noch sagen kann dass Israel auch legitime Sicherheitsinteressen hatte diese quasi vorbeugend eliminieren zu wollen.

00:23:46: Vielleicht kommen wir dazu auch später zu reden, dass Netanyahu auch eben Zuhause vor Gericht steht in Israel und deswegen auch jedes Interesse hat irgendwie von einem Krieg in den nächsten zu schüttern.

00:23:58: Ich würde sagen das ist auch etwas was seine aktuelle Politik sehr prägt die von Trump warum Trump sich da wie es jetzt scheint auch nach verschiedenen Berichten von der New York Times ist ja trotzdem nahelegend, dass er sich da vielleicht auch hereinreden lassen auf einen Angriff auf den Iran.

00:24:17: Ich würde jetzt mal sagen, dass die Motivation von Trump wahrscheinlich auch eher eine ist für die Geschichtsbücher.

00:24:23: Ich denke war einfach wirklich davon überzeugt nach Venezuela das er genauso wie eben in Venezuela schnell reingehen kann und dass es ein kurzer Prozess wird und wahrscheinlich selbst auch nicht damit gerechnet hatte, dass es so lange dauern würde.

00:24:39: Du hast ja eben schon die innenpolitischen Interessen von Netanyahu angesprochen.

00:24:43: Das Korruptionsverfahren und das Gerichtsverfahren, was da läuft ... Wenn man sich das so ein bisschen gemeinsam anschaut, haben beide dieselben innenpolitischen Probleme.

00:24:53: Wir haben auch eine Korruptiondebatte in den USA.

00:24:56: In beiden Ländern steht Wahlkampf an.

00:25:00: Und in beiden Ländern bricht momentan die Machtbasis vielleicht weg.

00:25:06: Ist das jetzt ein Zweckbündnis von dem Beiden?

00:25:08: um sich ihnen politisch abzusichern.

00:25:10: Das

00:25:10: stimmt über diese Parallele hatte ich bis jetzt gar nicht nachgedacht, ich denke es stimmt auf jeden Fall dass Netanyahu auch weiß das Kriege für ihn Also ihm sicherlich nicht schaden.

00:25:22: Ich denke, wo man in Israel aber drauf achten muss und aufpassen muss ist das die Bevölkerung ja total auch hinter diesem Krieg steht.

00:25:29: also es gab erste Umfragen direkt eine Woche nach Beginn des Irankriegs als Anfang März.

00:25:35: da waren dreiundneinzig Prozent der jüdischen Bevölkerungen Israels die diesen Krieg befürwortet hatten.

00:25:42: Weil dieses Ergebnis so hoch war, hat dasselbe Institut dann eine Woche später wieder eine Umfrage gemacht.

00:25:48: Da kamen zweiundneinzig, fünf Prozent raus also quasi identisch und ich denke das ist ja in den USA ganz anders, sodass dieser Iran-Krieg auch in den US extrem unbeliebt ist.

00:25:59: Total da würde ich auch den Unterschied sehen.

00:26:01: und dann ist ja die Frage... Wenn Donald Trump von dem Krieg im Iran irgendwann noch weniger profitiert, wenn der Widerstand im eigenen Land und im eigenen Lager vielleicht auch größer wird.

00:26:14: Dann sucht er ja vielleicht das Ende dieses Krieges in welcher Form auch immer?

00:26:18: Und meine Frage wäre wie wichtig ist die Rolle Israels bei diesem Prozess und bei der Findung eines Exits?

00:26:26: Bestimmt es Trump ohne Netanyahu?

00:26:29: jetzt ist Ende Schluss oder Muss Israel da mitmachen?

00:26:32: Weil ansonsten gibt es eben ja gar kein Ende.

00:26:36: Total, ich denke da kommen wir auch so zurück auf die erste Frage, die gestellt wurde was ist ihr Verhältnis?

00:26:41: und deswegen ist das so amivalent weil wir haben das immer wieder gesehen dass sie sich zusammen gerne fotografieren lassen und auf die ganzen Gemeinsamkeiten immer pochen.

00:26:51: aber wenn es dann wirklich hard of heart kommt Und zum Beispiel Kriege abgewickelt werden, sei es mit der Hamas in Gaza oder jetzt mit dem Iran.

00:26:59: Dann wird Israel immer wieder konsequent vom Verhandlungstisch weggedrückt und ich denke das ist dann genau da wo dann Netanyahu-Innenpolitisch unter Druck steht.

00:27:09: wie gesagt die ninety drei Prozent vielleicht sind heute etwas weniger aber es ist die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung die diesen Krieg will.

00:27:15: Das heißt als dieser Waffenstillstand angekündigt wurde das war wirklich eine sehr deprimierende Stimmung im Tel Aviv.

00:27:22: Die Leute waren absolut... Das klingt vielleicht jetzt blöd, aber sie haben sich total vorgeführt.

00:27:29: Jetzt waren wir da, standen da Wochen im Bunker.

00:27:32: für was denn jetzt genau?

00:27:33: Weil so dieser Regime-Change, diese Regimewechsel hat sicher nicht materialisiert und jetzt waren wir wieder in diesen endlosen Kriegen.

00:27:41: Und der kam auch richtig scharfe Kritik aus der Opposition, die meinte, Netanyahu schafft es zu diese Kriege zu führen aber danach irgendwelche diplomatische Lösungen mit voranzutreiben dafür sei einfach nicht stark genug.

00:27:54: Vielleicht legt das ja auch ein bisschen daran dass Israel in der ganzen Sache auch wenn es erst mal so scheint gar nicht so wichtig ist.

00:28:02: weil was wir da ja momentan um den Irankrieg sehen is so eine geopolitischen Neuordnung der Macht Verhältnisse und da muss man dann nicht nur über USA und Israel reden, sondern eben auch China Russland.

00:28:15: Und was mit den Golfstaaten passiert?

00:28:17: Wir sehen ja jetzt schon die OPEC hat auch schon Integrationsprobleme Die ersten Länder wollen schon daraus.

00:28:23: also Was glaubst du?

00:28:24: wie zentral ist israel hier überhaupt?

00:28:27: spielt das eine Rolle oder hat trump eigentlich ein ganz anderes kalkül?

00:28:30: ich habe mir während Das Krieg ist diese Frage wahrscheinlich hundertmal gestellt, weil wenn man in Israel lebt dann hat man das Gefühl die ganze Welt dreht sich eigentlich nicht um die Sonne sondern um Israel herum und da merkt man aber dann hoch.

00:28:44: Eigentlich ist Israel winzig wird schon politisch jetzt auch nicht so wichtig Und deswegen werden sie wahrscheinlich auch regelmäßig Wenn es dann um diese Verhandlungen geht wieder ausgeklammert.

00:28:58: und ich denke, dass das genau das ist was wir gerade sehen.

00:29:00: Dass eben Israel vielleicht für militärische Lösungen wichtig ist weil die Ermähe einfach erstens... einfach technologisch extrem entwickelt ist, aber auch sehr erfahren ist und deswegen den USA auf wirklich halt diesen Underground einfach diesen Mehrwert beisteuern kann.

00:29:18: Aber diplomatisch oder wirtschaftlich sind sie einfach nicht relevant?

00:29:21: Du hast ja gerade die Wirtschaft angesprochen und da würde ich sagen naja wer weiß wer?

00:29:25: haben jetzt die ganze Zeit über die politischen Beweggründe auch Donald Trumps gesprochen in diesem Krieg?

00:29:31: aber bei ihm muss man ja auch immer die wirtschaftlichen Beweggrunde mitdenken.

00:29:35: Einerseits haben wir ja den Investmentfonds von seinem Schwiegersohn, Jared Kushner, Affinity Partners in der Region sehr aktiv.

00:29:43: Im Moment wird eroiert ob ein Trump-Hotel in Tel Aviv gebaut werden soll.

00:29:46: es gibt die Gaserpläne, die ja auch alle irgendwie wenn bei uns an die KI Zeichnungen erinnern mit Trump Hotels und so voll sind.

00:29:54: also mich würde interessieren wie würdest du die konkreten Geschäftsinteressen Motivation

00:30:06: für

00:30:07: eine Weiterführung des Kriegs oder ein Ende

00:30:18: des Krieges sein?

00:30:34: der die ganze Region sozusagen in diese Instabilität rückt?

00:30:39: und deswegen kann ich an sich keine kleinen Beweggründe erkennen.

00:30:43: Natürlich gibt es in Gaza diese Pläne, Trump-Gasa das ist nicht nur Jared Kushner, das ist auch der Private Equity von Manager Mark Rowan.

00:30:53: Das ist auch ein Freund von Jared Kushler oder Kirgabon, der auch darin involviert ist.

00:30:59: Das ist ein Immobilmogul aus Israel.

00:31:02: Da sind auf jeden Fall klare wirtschaftliche Interessen.

00:31:05: Gaza wird in den nächsten Jahrzehnten wiederaufgebaut werden und die Frage ist wer wird daran verdienen?

00:31:10: Und sicher werden sie das auch machen wollen.

00:31:13: aber Sie brauchen dafür auch die Unterstützung der Kaufstaaten.

00:31:16: Ich denke mit dem Iran Krieg haben sich da schon die Partner eher verprellt als dass sie sich einfach als sehr verlässige Partner dort auch gezeigt haben den Kaufstaat gegenüber.

00:31:26: Also aus der analytischen Perspektive kann man ja sagen, wenn man zurückblickt in die Geschichte das Krieg wirklich immer auch ökonomisches Wachstum generiert hat.

00:31:34: Alles was man da kaputt macht muss natürlich wieder aufgebaut werden.

00:31:38: haben wir jetzt auch erzählt Gaza Süd-Liebernon?

00:31:43: Ist das dann so eine Fehlkalkulation vielleicht von Trump gewesen, dass er dachte, er könne – wenn es so schnell läuft wie in Venezuela – da auch wirklich von profitieren und jetzt realisierter?

00:31:54: Dass das vielleicht alles erst losgeht, wenn er schon lange nicht mehr im Amt ist.

00:31:58: Und dann kann er das nicht mehr

00:31:59: nutzen.".

00:32:00: Ich finde das total interessant, weil ich würde sagen dass ich auch davon ausgehe, dass Trump wahrscheinlich sich sowas auch gedacht hatte.

00:32:06: Aber es ist in meinen Augen total israelisch zu denken.

00:32:10: also diese Think Pieces hatte ich jetzt immer im Januar und Februar hier in Israe gelesen.

00:32:14: so wenn wir Khamenei der Ayatollah in Iran umbringen werden dann wird ja quasi Der einzige unruhe Stifter in der Region wäre dann dadurch besiegt.

00:32:27: Dadurch könnte man total viel investieren, der Schickel würde von vier Schicke per Dollar auf nur zwei Wachsenen.

00:32:37: Das war total unrealistisch was man sich da irgendwie vorgestellt hatte und irgendwie ist es ja genau dieses Denken Wahrscheinlich.

00:32:43: auch Trump hatte so, okay wir gehen da rein.

00:32:46: Wir holen ihn raus und dann können wir in Wetteran wie Gaza einen Trump-Tower nach dem Nächsten aus den Boden stanzen und ich finde das einfach total überraschend dass Er das halt wirklich denken konnte mit.

00:33:01: Also so Israel hat zumindest eben die Ausrede, dass es ein kleines Land ist mit ziemlich großen Problemen aber diese ... also die USA ist sicherlich kein kleines land und es ist auch sicherlich auch kein Land was den mittleren Osten nicht kennt.

00:33:17: Wenn wir uns mal zurück erinnern im Januar hatten wir ja die großen Wiederaufbaupläne für Gaza dann vorgelegt.

00:33:23: Es gab das Friedensbord was sich dann in Davos medial inszeniert hat mit seinem Staat.

00:33:30: und du hast aber jetzt ja noch mal drauf geguckt, wie sehen denn die Wiederaufbaupläne aus für Gaza?

00:33:36: Und da tut sich eben gar nicht so viel.

00:33:39: Und man muss auch sagen es tut sich unter anderem nicht so viele weil die Geldgeber in der Region jetzt eben mit ganz anderen Sorgen durch den Iran Krieg kämpfen.

00:33:49: das heißt im Prinzip legt sich Trump jetzt für sein Gasa-Aufbauprojekt, was ihm ja so wichtig war und er es dann sogar an das Friedensbord geknüpft hat legte sich jetzt gerade selber riesige Steine in den Weg.

00:34:01: Total.

00:34:02: Ich hatte sogar auch mit Leuten in Gaza gesprochen, also es hat sich wirklich in den letzten Monaten gar nichts getan.

00:34:09: Man hätte gedacht okay, irgendetwas muss ja jetzt passieren aber es ist einfach nur status quo und das ändert sich nicht.

00:34:17: Das haben die Golfstaaten schon ganz früh klargemacht.

00:34:21: so was sie nicht wollten ist dass sie eine Verwaltungsrolle übernehmen würden weil das extrem unbeliebt wäre quasi Inner arabische Besatzung, die wussten dass sich das irgendwie irgendwann rechnen wird.

00:34:34: Aber um das zu finanzieren da hatten sie schon Jahrzehntausendundzwanzig Klage gemacht.

00:34:39: falls Sie Mittel brauchen wir stellen Sie zur Verfügung.

00:34:42: nur das halt.

00:34:43: jetzt mit dem Iran Krieg Gaza wahrscheinlich das letzte sein wird, woran sie denken müssen.

00:34:48: Weil Entsalzungsanlagen zum Beispiel in Kuwait angegriffen wurden Öl-Raffinerien In Saudi Arabien auch wieder in Kuweit eingegriffen worden.

00:34:56: Jetzt haben Sie auch so viele Patriots und viele Abfangraketen verschossen Die sind total teuer dieses Luftabwehrsystem nochmal neu einkaufen.

00:35:07: Und darüber hinaus, man weiß einfach nicht wird der Iran irgendwann sich vielleicht noch mal angreifen wie bereitet man sich gut gegen Schalldrohnen aus dem Iran vor?

00:35:18: Das heißt es sind einfach.

00:35:19: wir reden hier wirklich von mehreren Milliarden Euro Schaden.

00:35:23: ich habe Schätzungen gelesen von zwischen hundertzwanzig und hundred-achtzig Milliarden US Dollar Schaden die verursacht wurden anderen Investitionen.

00:35:34: Ich denke, wenn sie vorher dazu bereit wären ist diese Priorität des Wiederaufbaus in Gaza auf jeden Fall da mehr rein

00:35:43: heruntergerutscht.".

00:35:44: Was

00:35:44: heißt das denn jetzt für das Friedensbord von Donald Trump?

00:35:47: Das ruht dann auch erstmal und da tut sich gar nichts oder?

00:35:52: Ich denke, wir reden davon, dass einfach die Gehälter des Verwaltungsrates, das sind fünfzehn Palästinenser, denen ich bezahlt werden können.

00:36:00: Und dass sie zum Beispiel deswegen auch nicht nach Gaza einreisen, weil die auf ihre Gehältern noch warten.

00:36:05: Also wir reden von... Die wollten insgesamt siebzehn Milliarden Dollar zusammenkriegen und haben nicht mal eine Milliarde.

00:36:12: Dollar zusammengekriegt.

00:36:13: von zehn Ländern, die geschworen haben, dass sie da einzahlen werden.

00:36:17: Haben nur drei – das ist die Eberichterstattung von Reuters – haben nur drei dieser Länder auch tatsächlich eingezahlt und einer davon ist die USA selbst und dann die Vereinigten Emiraten und

00:36:30: Marokko.".

00:36:30: Ich denke, man hat sicher gefragt wird der Board of Peace dieser Friedensrat irgendwo die UN vielleicht auch ablösen in langer Zukunft?

00:36:39: und da merkt man das war wieder einfach nur Typisch Trump.

00:36:42: Einfach leere Worte ein großes Schauspiel und im Endeffekt fehlen einfach so die materiellen Verhältnisse um diese Politik dann noch tatsächlich durchzuführen?

00:36:51: Also wenn man die USA guckt hat man so das Gefühl sie haben eigentlich überhaupt keinen Plan mehr, was jetzt im Iran passieren könnte.

00:36:59: Trump sagt immer der Krieg ist eigentlich schon vorbei, Iran bettelt um ein Deal und jetzt hat intern wohl JD Vance schon ein bisschen kritisiert.

00:37:08: Trump wird aus dem Verteidigungsministerium vielleicht nicht mit den richtigen Informationen gefüttert.

00:37:13: also man sieht da wachsen Spannungen Aus deiner Perspektive, du sitzt in Israel.

00:37:19: Gibt es ein realistisches Szenario wie es im Iran weitergehen kann in diesem Konflikt?

00:37:24: Ich würde sagen das ist extrem unwahrscheinlich dass es wieder zu einer mehrartigen direkten Konfrontation zwischen Iran und Israel geben wird.

00:37:33: Das sieht nicht an Israel.

00:37:34: ich würde sagen, das hat auch Netanyahu gesagt der Finger is on the trigger.

00:37:40: Wir sind immer dazu bereit, wieder zurückzugehen.

00:37:42: Die Bereitschaft ist auf jeden Fall da aus Israel den Iran noch mal anzugreifen aber ich würde sagen die Bereitschraft ist andersrum nicht da.

00:37:49: Ich denke wenn der Iran etwas aus diesem Krieg gezogen hat das sich einfach Krieg mit Israel nicht lohnt.

00:37:56: dieses Land hat wahrscheinlich das bestausgestattete Luftabwehrsystem überhaupt.

00:38:01: es ist total schwer mit diesen riesigen balistischen Raketen hier auch wieder eine halbe Tonne Sprengstoff sind.

00:38:08: Also es sind einfach richtig viele Ressourcen, die Iran darin investieren muss damit sehr wenig ankommt und sehr wenig Schaden eingerichtet wird weil wie gesagt Israel einfach wirtschaftlich ziemlich irrelevant ist.

00:38:22: Die Kaufstaaten hingegen haben sie gelernt und die Straße von Hormuz, dass es da sehr wenige Mittel braucht um einen enormen wirtschaftlichen Schaden anzurichten.

00:38:32: Und ich denke deswegen würden wir eher in den nächsten Monaten wendern.

00:38:35: eine Verlagerung des Krieges Halt eine Konzentration weiter auf der Straße von Romus.

00:38:40: Ich denke nicht, dass dieser Krieg da gelöst ist.

00:38:43: Trump hat jetzt gesagt in der Tat er will nicht mehr bombardieren aber auch sieht er im Moment noch kein Ende sondern er hat erst mal gesagt ohne Ende im Moment Blockade.

00:38:51: ich definiere auch kein Ende mehr.

00:38:54: was ist so dein Szenario?

00:38:55: können das die USA kann das die Welt?

00:38:57: Jetzt noch über Wochen über Monate aushalten?

00:39:00: Nein, ich würde sagen dass es wahrscheinlich ein Krieg ist der immer wieder jeden Moment Zaun gebrochen werden kann.

00:39:07: Ich denke Iran hat da auch einfach gemerkt, dass es ein sehr effektiver Hebel ist den sie immer wieder anziehen können wenn ihnen etwas nicht passend wird und ich denke deswegen würde sagen die Straße von Nomous wird wahrscheinlich ein Problem bleiben das vielleicht uns einen mindestens ein Jahr begleiten wird wenn nicht länger.

00:39:30: Ich würde nicht denken dass es etwas ist was sich mit einem einfachen Abkommen verändern lässt weil Iran auf jeden Fall gelernt, dass es sehr einfach ist und sehr effektiv ist.

00:39:42: Auch wenn das jetzt nicht gerade die optimistischste Ausblicke in der Zukunft ist.

00:39:47: vielen Dank Leonado, dass du hier bei uns warst und uns geholfen hast all diese komplexe Lage in der Region zu erklären.

00:39:56: Vielen

00:39:57: Dank!

00:39:59: Ja und Leonados Artikel warum eben beim Wiederaufbau in Gaza nichts passiert den verlinke ich euch in den Show Notes Und am Beispiel Israels, da sehen wir einmal mehr wie eng eben politische wirtschaftliche und persönliche Interessen zusammenhängen.

00:40:14: Wenn ihr mehr über solche Zusammenhänge lesen wollt dann gibt's das Handelsblatt zum Tag der Pressefreiheit derzeit zum halben Preis ein Jahr lang.

00:40:23: die Infos findet ihr unter handelsblad.com slash pressefreiheit oder auch in den Show-Nurts.

00:40:30: Ja Christian!

00:40:31: Wir haben eben schon mit Leonardo drüber gesprochen Das ja auch Jared Kushner, der Schwiegersohn Donald Trumps über seinen Affinity-Fonds.

00:40:40: Arabisches Geld quasi in der Region hat selbst auch investiert ist.

00:40:44: man muss da noch mal sagen.

00:40:45: Affinity Partners hat auch Millionen direkt in israelische Unternehmen investiert zum Beispiel in Phoenix Holdings.

00:40:53: das heißt da sehen wir ganz klar die wirtschaftlichen Interessen die in Israel selber eben auch liegen.

00:41:00: Ja ja, einmal über die Familie und dann dass es in den USA immer ganz wichtig Wahlkampf spenden.

00:41:07: Die werden die Republikaner auch jetzt bei den Zwischenwahlen brauchen.

00:41:12: und da haben wir gesehen Miriam Adelson, das ist die Witwe des verstorbenen Casino-Magnaten Sheldon Adelson der immer schon sehr viel Geld für Trump gespendet hat.

00:41:24: Der auch die Republikaner und vor allem die sehr konservativen Flügel der Republikana unterstützt hat.

00:41:32: Sie hat für Trumps Kampagne zwanzig vierundzwanzig über hundert Millionen Dollar gespendete Und sie hat auch gesagt, was sie so als Gegenleistung eigentlich dafür erwartet.

00:41:43: Das wäre das Ziel die Annexion des Westjordanlands durch Israel voranzutreiben.

00:41:49: also hier ganz klare Maßnahmen verbunden mit Geld und aus einer demokratischen Sicht ist es natürlich hoch problematisch wenn die Familie des Präsidenten direkt von einer bestimmten Regionalordnung profitiert.

00:42:08: Dann sind Entscheidungen über Krieg und Frieden nicht mehr nur durch Sicherheitsinteressen und Werte geprägt, sondern auch durch mögliche Renditen und die Aussicht auf neue Wahlkampf spenden.

00:42:21: Jetzt lass uns das zum Schluss aber auch noch mal historisch einordnen denn Donald Trump ist ja nicht der erste der nahe an Israel steht in seiner Politik, sondern das ist ja seit Jahrzehnten politische Traditionen in den USA.

00:42:36: Militärische Kooperation gemeinsame Einsätze und eben auch politische Rückendeckung.

00:42:41: also was ist da jetzt unter Donald Trump anders?

00:42:45: Ja wir haben den Fokus auf den Iran als Bedrohung.

00:42:49: wirklich nicht neu, das haben wir schon bei Bush und Obama gesehen.

00:42:52: Auch da war das ein großes Sicherheitspolitisches Thema des Atomprogramms was Obama verhandelt hat und bis hin zu Sanktionen und zur Unterstützung für Milizen.

00:43:06: Neu bei Trump ist eigentlich die Kombination eine extrem personalisierte Außenpolitik, eine sehr klare Parteinahme für die israelisch-politische Rechte und dazu das enge Netz von Familiengeschäften in genau dieser Region.

00:43:23: Früher galt es gibt eine grundsätzlich pro Israel-Linie, aber innerhalb dieser Linie spielten institutionelle außenpolitische große Rolle.

00:43:33: Also da konnte nicht der Präsident immer alleine entscheiden.

00:43:36: Das State Department, also das Außenministerium, der Sicherheitsapparat und auch multilaterale Formate waren hier immer wichtiger.

00:43:46: Und unter Trump verschiebt sich jetzt die Gewichtung hin zu persönlichen Deals direkten Kontakten so einer Art WhatsApp-Diplomatie mit Netanyahu und den

00:43:56: Golfprinzen.".

00:43:57: Ja, und da sehen wir jetzt quasi den Iran-Krieg als nächste Stufe dieses neu gedachten Israel-Verhältnisses.

00:44:04: Nämlich einerseits eben das den Krieg als Bühne für den starken US-Präsidenten aber auch den starkem Israel-Ministerpräsidenten.

00:44:14: Wir sehen ihn auch.

00:44:15: diesen Krieg also Instrument der Neuordnung des Nahen Ostens haben wir mit Leonardo ja darüber gesprochen Und vielleicht eben auch als Rahmen für so eine Nachkriegsökonomie von der ja dann wieder die profitieren, die dem Präsidenten am nächsten stehen.

00:44:30: Wobei wir eben auch gerade gemerkt haben so einfach wie es die Gaza-Planet Jared Kushners im Januar vorgesehen haben – so einfach ist das eben gerade mit dem Iran Krieg nicht!

00:44:42: Zusätzlich haben wir auch die offene Frage, wie lange trägt das alles innenpolitisch?

00:44:48: Wenn der Krieg länger dauert und die Kosten höher gehen und Trump kein Deal machen kann, wird sich seine Erzählung von Stärke- und Kontrolle schnell gegen ihn wenden können.

00:44:59: Das ist mit Blick auf die Zwischenwahlen und dann auch die letzten zwei Amtsjahre ganz wichtig!

00:45:05: Da habe ich die Leonados Aussage von eben noch im Kopf, der gesagt hat das kann ein Jahr und länger dauern.

00:45:11: Das kann nicht der Zeitraum sein den Donald Trump mit Blick auf die Zwischenwahlen haben möchte.

00:45:18: insofern wird das spannend sein weiterhin wie er da jetzt rauskommt und die nachvollziehbare iranische Logik mit der weiteren Blockade der Straße von Hormuz durchbrechen kann.

00:45:31: Da werden wir auch nächste Woche noch drüber sprechen, glaube ich.

00:45:33: Denn das war's für heute mit Trump Watch!

00:45:35: Wir bedanken uns bei Pauline Köster und Florian Papel für Aufnahme- und Produktionen Und wir bedanken es natürlich bei euch liebe Hörerinnen und Hörern fürs zuhören wenn ihr Ideen habt Wenn ihr Lob habt, wenn ihr Kritik habt.

00:45:49: wie immer trumpminuswatchathandelsblatt.com ist unsere Adresse oder schreibt direkt in die Kommentare wenn ihr uns auf den Podcast Plattformen hört.

00:45:58: Abonniert uns, wenn ihr es noch nicht getan habt und gebt uns auch gerne ein paar Sterne

00:46:03: in den Bewertungen.

00:46:05: Und vor allen Dingen schaltet nächste Woche wieder ein, wenn wir den Kompass im Chaos der Macht neu ausrichten!

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.